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Cosmeceuticals – eine Auswahl von Substanzen

Das Wort Cosmeceutical setzt sich zusammen aus den Begriffen Cosmeticum und Pharmaceutical. Es stammt aus den USA und beinhaltet, wie der Name sagt, Substanzen, die in ihrer Wirkung zwischen einem klassischen Kosmetikum und einem Medikament liegen. Cosmeceuticals oder Dermatokosmetika sind eine neue Generation von Kosmetika, die über erheblich höhere Wirkstoffkonzentrationen und Effizienz als herkömmliche Produkte verfügen.
Die Wirkstoffe dieser neuen Kosmetikagruppe entsprechen den vorhandenen gesetzlichen Bestim¬mungen über Kosmetika. Durch spezielle, meist mit internationalen Patenten geschützten chemischen Herstellungsverfahren - wie Mizellisierung (z.B. Vitamine A und E), maximale Konzentrationen und Stabilität (z. B. Vitamin C) - oder neuer patentierter Wirkstoffe (z. B. niedermolekulare Aminosäuren (1-Aminoethan-1,1,2-Tricarboxylsäure), Kinetin) wird der Effekt gegenüber einem klassischen Kosme¬tikum um ein Vielfaches erhöht.
Indikationen für den Einsatz von Cosmeceuticals sind (alphabetische Reihenfolge):

  • Aktinische Fältchen
  • Aktinische Keratose (Akanthose)
  • Couperose
  • Erytheme, flüchtige
  • Fahles Aussehen
  • Follikuläre (haarbalg-gebundene) Hyperkeratosen
  • Hautatrophie
  • Lentigines
  • offene und geschlossene Komedonen
  • Pigmentstörungen

Die Zahl der Wirkstoffe in kosmetischen Präparaten hat in letzter Zeit erheblich zugenommen. Dies gilt insbesondere für Wirkstoffe zur Prävention und kosmetischen Behandlung der Hautalterung. Eine zentrale Rolle kommt hierbei den Wirkstoffen zu, die die Haut vor schädlichen Einflüssen der UV-Strahlung schützen oder UV-bedingte Hautschäden reparieren. Drei Wirkstoff-Gruppen spielen eine besondere Rolle.

Mikronisierte, hochkonzentrierte Vitamine

Vitamine zählen zu den wichtigsten Antioxidantien oder Radikalfängern, durch die der Organismus freie Radikale auszugleichen vermag. Zur Pflege reifer Haut wird eine ganze Palette von Vitaminen eingesetzt: Dazu zählen Tocopherol (Vitamin E), Panthenol (Provitamin B5), Retinol (Vitamin A), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Niacinamid (Vitamin B3) sowie Vitamin F (essentielle Fettsäuren). Vor allem die Vitamine A, E und C (Vitamin C gehört neben Aminosäuren zu den besten Radikalfängern) spielen für Schutz und Erneuerung der Haut eine wichtige Rolle. Vitamine sind wichtige Stoffe für die Gesunderhaltung der Haut. Innerlich kann die Aufnahme von Vitaminen z. B. durch Stoffwechsel- oder Absorpti¬onsstörungen beeinträchtigt sein.
Besonders emp¬findlich reagiert die Haut auf freie Radikale, deren Bildung durch Stress, UV-Strahlen, Reizstoffe wie Nikotin und die Luftverschmutzung massiv erhöht wird. Ob ein Produkt effektiv ist oder nicht, hängt u. a. davon ab, wie die Wirkstoffe zu ihrem Ziel gebracht werden. Feuchtigkeit dringt viel besser in die Haut ein und wird dort auch länger gespeichert, wenn sie in Liposomen verpackt wird. Mizellen funktionie¬ren nach dem gleichen Prinzip wie die Liposomen, sie transportieren fett lösliche Stoffe wie etwa die Vitamine A und E zu den Zellen. Bei Mizellen befinden sich die fettlöslichen Bestandteile im Inneren, die wasserlöslichen sind nach aussen gerichtet. In dieser wasserlöslichen Form können die fettlöslichen Vitamine von der Haut bis zu 5-mal besser auf¬genommen werden (Vgl Mizellisierung).

Mizellisierung.

Und wie kommen diese Wirkstoffe am besten dorthin, wo sie wirken sollen – nämlich in der Haut, nicht auf der Haut?
Die Absorbierungsrate der Vitami¬ne wird hauptsachlich von der Partikelgrösse, der Löslichkeit in Wasser oder Fett, dem pH-Wert und der Konzentration bestimmt. Fettlösliche Vitamine wie die Vitamine A und E werden von der Haut praktisch nicht aufgenommen. Sie werden deshalb in modernen Produkten gewissermassen verpackt und wasserlöslich gemacht. Dieses Verfahren heisst Mizellisierung,. Mizellen sind kugelförmige, molekulare Aggregate aus oberflächenaktiven bzw. amphiphilen chemischen Verbindungen (Tensiden).Durch die Mizellisierung entstehen Mizellen (umge¬kehrte Liposome). Der wichtigste Parameter, der für eine wirkungsvolle Absorption erfüllt werden muss, ist die kleine Partikelgrösse. Eine Mizelle hat typischerweise eine Grösse von wenigen Nanometern und wird daher hervorragend absorbiert.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über deren Eigenschaften und Wirkweisen:

Vitamin A (Retinol, Retinaldehyd).

Indikation: Proliferations- und Retentionshyperkeratosen, aktinische Hyperkeratosen, als Radikalfänger
Vitamin A (Retinol) ist als klassisches Hautvitamin bekannt und für die Beschaffenheit und Funktion des menschlichen Zellgewebes unverzichtbar. Es fördert die Regeneration lichtgeschädigter Haut und die Hautfunktionen. Auf der Haut vewandelt sich Vitamin A in Vitamin-A-Säure, die die untere Hautschicht fester und die obere feiner macht. Kleine Fältchen und Altersflecken werden so gemildert und das Hautbild positiv beeinflusst. Durch die Erhöhung des Kollagengehalts verbessert sich die Hautelastizität. Da der Wirkstoff die Zellteilung beschleunigt, kann es bei empfindlicher Haut zu Irritationen kommen. Zudem reagiert die Haut durch die Säure empfindlicher auf Sonne. Daher muss ein höherer Lichtschutzfaktor gewählt werden.
Vitamin A und dessen Derivate werden bereits seit längerem als Wirkstoffe in der Kosmetik verwendet. Zeigten sie früher eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber lichtbedingten und oxidativen Prozessen, ermöglichen neuartige Technologien und Zusammensetzungen (Aldehyd Retinal) heute eine effiziente Stabilisierung dieser Wirkstoffe, ohne ihre Wirksamkeit einzuschränken.
Vitamin A und seine Derivate gehören zu den am längsten eingesetzten Anti-Aging-Substanzen. Verwendet werden sowohl Vitamin A (Retinol) als auch Vitamin-A-Säure (Tretinoin/rezeptpflichtig) und das Aldehyd Retinal (Retinaldehyd). Vitamin A normalisiert die die Struktur des Stratum corneums indem es die Ausfreifung der Zellen (Differenzierung) verbessert und die Zellteilung (Proliferation) auf eine normales Mass beschleunigt. Mit anderen Worten es hilft die Anzahl von ausgereiften, funktionell aktiven Zellen zu normalisieren. Vitamin A unterstützt das Abschuppen der verhornten Zellen, stabilisiert die Zellwände und kontrolliert ihre Durchlässigkeit für den Stoffwechsel. Die Keratinisierung und die Produktion von Proteinen wird gefördert. Es reduziert das Austrocknen der Haut und schützt sie vor Infektionen. Vitamin A fördert das Ablösen ab¬gestorbener Keratinozylen und stimuliert die Haut, mehr Keratin zu produzieren.. Da die Zellproliferation angeregt wird, kommt es zu einem kompakten Stratum corne-um, welches für einen minimalen transepidernialen Wasserverlust (TEWL) sorgt.

Vitamin B3 (Niacinamid)

Das auch als Vitamin B3 bekannte Niacinamid besitzt eine Vielzahl schützender und die Hautstruktur verbessernder Eigenschaften. Durch die Beteiligung an zahlreichen Stoffwechselprozessen in den Zellen hat es Einfluss auf verschiedene Funktionen der Haut. Ein Niacinamid-Mangel kann dagegen das Krankheitsbild der Pellagra (raue Haut) mit charakteristischen Hautveränderungen verursachen.
Niacinamid spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Barrierefunktion der Haut. Diese Schutzfunktion vermindert den transepidermalen Wasserverlust und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber schädigenden Stoffen. Vitamin B3 fördert zugleich die Synthese von Hautlipiden und Kollagen und beschleunigt so die Hauterneuerung signifikant. Es ist außerdem in der Lage, die bei lichtgeschädigter oder gealterter Haut häufig auftretenden Pigmentunregelmäßigkeiten zu beseitigen. Studien belegen eine deutliche Verbesserung von Hauttextur, Hautrötungen und Pigmentverschiebungen. Das B-Vitamin Niacinamid wird erst seit neuerer Zeit in Hautpflegeprodukten eingesetzt. Es ermöglicht, mit einem einzigen Produkt gleichzeitig die Hauterneuerung und die Hautbarriere positiv zu beeinflussen.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Vitamin B5 (Pantothensäure) wirkt wundheilungsfördernd und unterstützt die Feuchtigkeitsspeicherung in der Haut. Panthenol als Provitamin B5 dringt gut in die Haut ein, wo es in das eigentliche Vitamin Pantothensäure (Vit. B5) umgewandelt wird.

Vitamin C (Ascorbinsäure).

Indikation: Hyperpigmentierung, Hydroxypro-linbildung, als Radikalfänger, nach „skin resurfa-cing"
In der Haut ist das wasserlösliche Vita¬min C besonders für den Kollagenstoffwechsel und v.a. für die Hydroxyprolinbildung unentbehrlich. Vitamin C wirkt schädlichen Oxidationsprozessen in den Zellen und Geweben entgegen und ist an der Kollagensynthese beteiligt. Es fördert die Vernetzung von Kollagenfasern und trägt so zur Festigung und Straffung des Bindegewebes bei. Fehlt es, werden die Wände der feinen Blutgefässe in der Haut brüchig (Skorbut). In der Haut induziert es die Bildung der Interzellularsubstanzen sowie der Hyaluronsäuren, die für die Feuchtigkeitsbindung verantwortlich sind. Vitamin C schützt die Haut vor freien Radikalen, verbessert die Feuchtigkeitsbindung, stärkt die Kapillargefässe und bleicht Pigmentflecken. Elastizität und Spannkraft der Haut werden gesteigert. Der Schutz durch Vitamin C macht die Haut widerstandsfähiger gegenüber Infektionen und Umwelteinflüssen. Seine kleine Molekülegrösse ermöglicht es leicht, tiefer in die Haut einzudringen. Ist Vitamin C einmal in der Haut gespeichert, ist es stabil und kann durch Waschen nicht mehr entfernt werden.
Die Wirkung von kosmetischen Vitamin-C-Präpa¬raten ist abhängig von der Höhe ihrer Konzentration im Produkt (10 % werden als optimal erachtet). Allerdings hat Ascorbinsäure in höheren Konzentrationen eine negative Wirkung auf die Hautbarriere. Durch äusserliche Anwendung wird der Vitamin C-Spiegel in der Haut um das 20- bis 40-fache im Vergleich zur Aufnahme über die Nahrung erhöht.

Vitamin E (Tocopherol).

Indikation: Vitamin E: Sebostase, Prophylaxe des UV-Ery-thems, hypersensible Haut, Narbenabheilung
Vitamin E (Alpha-Tocopherol) beruhigt hypersensible Haut und ist ein effizienter Radikalfänger, indem es die Aktivität Kollagen zerstörender Enzyme in der Haut hemmt. Vitamin E fördert die Feuchtigkeitsbindung (verbessert die Wasserbindefähigkeit der Hornschicht)., ist also ein „natural moisturizer“ sowie ein starkes Antioxidans. Indem es freie Radikale an sich bindet, kann Vitamin E der lichtbe¬dingten Hautalterung entgegenwirken. Es verhindert die Oxidation ungesättigter Fettsäuren in den Zellwänden und beugt Veränderungen im Zellorganismus vor, welche die Haut schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen. Gleichzeitig kann es die Zellneubildung unterstützen und das Bindegewebe stärken. Es fördert die biologische Stabilität der Zellen, die Straffung der Haut sowie deren Festi¬gung. Vitamin E lässt Wunden schneller heilen und mildert die Narbenbildung.

Vitamin F (essentielle Fettsäuren)

Mit Vitamin F (essentielle Fettsäuren) wird die natürliche Funktion der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, unterstützt und ihre Widerstandskraft verbessert. Sie erhält mehr Elastizität und sieht besser aus. Vorkommen: Nachtkerzöl (Efamol™), Borretschöl, Schwarzkümmelöl.

Vitamin K (Phyllochinon).

Indikation: Hämorrhagien, Rosazea, Gefässent¬zündungen, Hämatome, Augenringe
Von den vielen Erscheinungen des Älterwerdens sind die beiden sichtbarsten die steigende Tendenz zu blauen Flecken sowie Altersflecken und die Schäden, die die Sonne verursacht. Vitamin K, das auch vom menschlichen Körper selbst produziert wird, hat abschwellende, entzündungshemmende und gefässfestigende Eigenschaften. Vitamin K in einer Creme-Formel ermöglicht eine kosmetische Anwendung speziell bei Besenreisern, Couperose und sonnenbedingten Hautschäden. Vor allem ältere Haut ist oft fein und transparent und lässt Gefässschwächen leicht sichtbar werden. Vitamin K leistet einen Beitrag, solchen hämorrhagischen Hauterscheinungen vor¬zubeugen und entgegenzuwirken (die Resorption von Hämatomen wird beschleunigt).

Coenzym Q10 (Ubiquinon)

Coenzym Q10 neutralisiert freie Radikale. Das Coenzym Q10 ist ein grundlegender Bestandteil der Atmungskette und hat somit eine elementare Funktion für die Energieversorgung einer Zelle. Es hält die Vitalfunktion der Haut aufrecht und schützt sie vor schädlicher UV-Strahlung. Als Energieproduzent für Haut- und Körperzellen kann Q10 die Alterung der Haut durch Licht aufhalten. Als fettlösliche, antioxidativ wirkende Substanz schützt das Coenzym Q10 u. a. Zellmembranen und -organellen, deren Hülle überwiegend aus Lipiden (Fetten) besteht. Q10 spielt insbesondere bei der Energiegewinnung in den Zellen eine wichtige Rolle. Energie, die die Zelle für all ihre Funktionen und Stoffwechseltätigkeiten benötigt. Sie wird in den so genannten Mitochondrien erzeugt, das sind kleine Organellen in der Zelle, die in etwa die Funktion von Kraftwerken besitzen. In unseren Zellen kommt der Strom bekanntlich nicht "aus der Steckdose". Q10 spielt bei dieser Energieerzeugung eine entscheidende Rolle und verhindert damit ein chronisches Energiedefizit in alternden Zellen.
Über den Ausgleich dieser Defizite kann das Coenzym Q10 zahlreiche Aufbauleistungen von Hautzellen aktivieren, die schließlich zu einer Reduzierung der Faltentiefe führen. Zudem wird die Regenerationsfähigkeit der gealterten Hautzellen stimuliert.

Kupfer

Kupfer stimuliert den Aufbau von Kollagenfasern und verbessert so die Festigkeit und Elastizität der Haut. Auch hier ist die Wirkung beim Menschen durch Studien nachgewiesen.

a–Hydroxysäuren (a-Hydroxy-Acids, AHA)

Unter AHA versteht man Karbonsäuren mit ver¬schiedenen Kettenlängen, die alle in der α-Stellung eine Hydroxylgruppe aufweisen. Alpha-Hydroxysäuren (AHAs), natürliche Frucht- und Milchsäuren, sowie die mit ihnen eng verwandten beta-Hydroxysäuren, z. B. Salizylsäure, können Alterserscheinungen und Lichtschäden entgegenwirken.
Der Anti-aging-Effekt dieser Wirkstoffe ist  derjenigen des Tretinoin (Vitamin-A-Säure) vergleichbar, jedoch sind die AHA bedeutend besser ver¬träglich. Sie beschleunigen die Erneuerung der Hornschicht und mildern Falten. Die Bindungen zwischen den Hornzellen wird gelockert und damit die in der Altershaut verlangsamte Abschuppung trockener Hornzellen unterstützt
AHA weisen ein grosses Wirkungsspek-trum auf: Exfoliation, Hydratation, Keratolyse, Bleichung und Radikalfang (Carbonylgruppe) sind ihre Eigenschaften. Ideale Einsatzgebiete stellen die leichte Akne (hemmt neben Keratolyse durch tiefen pH-Wert auch das Wachstum des Corynebacterium acne), Hyperpigmentierungen, aktinische Kerato-sen, oberflächige Fältchen und das Hautrefreshening dar. Auch dienen AHA als Vehikel für nachfolgende Cosmeceuticals. Ihre Wirkung ist proportional dem Vorhandensein von reiner Säure. Salze, d.h. neu¬tralisierte Säuren, sind praktisch ohne Wirkung. Das Irritationspotenzial ist abhängig von pH-Wert, AHA-Konzentration sowie der Dauer, die sie auf der Haut verbleiben. Wirkungsstärke und Irritationsrisiko verhalten sich proportional. Gegenüber der Vitamin-A-Säure weisen die AHA bedeutende Vorteile auf:
Fehlende Lichtsensibilisierung, weniger Irritationen, keine Neoangiogenese sowie die Verfügbarkeit in vielen Konzentrationen (auch als Peeling) und Grundlagen sprechen eindeutig für die α-Hydroxysäuren,

Die verschiedenen Fruchtsäuren und ihre Herkunft

α-Hydroxysäure

Herkunft

Anzahl der Carbonylgruppen

Glykolsäure

Zuckerrohr

1

Milchsäure

Sauermilch

1

Apfelsäure

Äpfel

2

Weinsäure

Trauben

2

Zitronensäure

Zitrusfrüchte

3

Wirkungen von AHA:

  • Zellstimulierend: AHAs beschleunigen die Zellproliferation. Die dadurch vermehrt produzierten Zelllagen machen die Epidermis dicker. Die Zahl der Bindegewebezellen und die Feuchtigkeits­speicherung steigen ebenfalls an.
  • Exfolierend: AHA lösen den Kitt zwischen den Keratinozyten, die oberflächlichen alten und verhornten Zellen lösen sich. Das Gleichgewicht zwischen den toten zu den lebendigen Zellen, d.h. die unnatürlichen, durch UV-Strahlen verursachten Lichtschwielen werden vermindert. Zellatypien (Sonnenbrandzellen) können vermin¬dert werden, und die Hautqualität wird verbessert.
  • Aufhellend: AHAs sind ausgezeichnete Bleichsubstanzen. Sie verhindern die Verklumpung des Melanins und beschleunigen seine gleichmässige Dispersion. Pigmentierungen, wie Lentigines oder epidermale Chloasmen, können aufgehellt werden.
  • Schützend
  • AHA als Schutz. Fruchtsäuren unterstützen den Säuremantel und reduzieren damit das Bakterien-wachstum. Sie tragen also bedeutend zum physiolo¬gischen Schutz der Haut bei.
  • AHAs öffnen die Haut, indem sie deren oberste Schicht auflösen. Speziell Glykolsäure als kleinste AHA dringt tief in die Haut ein und eröffnet so nachfolgenden Substanzen den Weg. Die Fruchtsäuren sind ideale Vehikel für Wirkstoffe wie z. B. Vitamine, Hyaluronsäure oder Kinetin.

Aminosäuren

Aminosäuren - die Nachfolger der AHA. Viele natürlich vorkommende Aminosäuren in der Haut weisen eine ähnliche Molekülstruktur auf wie die Glykolsäure.

Daher lag es nahe, die Effektivität der Aminosäuren mit derjenigen von Glykolsäure zu vergleichen. Die für die Herstellung der neuen Peelingsubstanzen benötigten Aminosäuren stammen aus derselben Zuckerrohrpflanze wie die Glykol¬säure und kommen in deren Knospen und Samen vor. Erst die Verbindung dieser Aminosäuren mit Vitamin C führte zu Ergebnissen, da erst damit eine Penetration gewährleistet ist.
Unsere Haut besteht aus vielen Aminosäuren, speziell die kleinmolekularen Aminosäuren funktionieren als »natural moisturizing sys­tem«. Daneben exfolieren sie unsichtbar und bleichen Pigmentflecken. Dank dreier Carbonylgruppen (im Falle von Amino-tricarbonsäuren) sind darunter die stärksten Radikalfänger und dabei viel besser verträglich als Fruchtsäuren. Ein Aminosäure-Peeling verzögert sichtbar den Alterungsprozess. Die Kombination mit Vitamin C fördert zusätzlich die Tiefenwirkung in der Haut.
Das Wirkungsspektrum dieser kleinmolekularen Aminosäuren umfasst  als Hauptbestandteil unseres eigenen „Natural-mois-turizing"-Systems  (Proteolyse von Filaggrin) eine Zunahme des Moisturizingeffekts. Die direkte Aminosäurewirkung kann die Feuchtigkeit der Haut um ein 3faches erhöhen. Keine AHA- oder Vitaminformulierung kann dies erreichen! Somit un¬terstützen die Aminosäuren tatkräftig die normale Haut, damit sie ihre Feuchtigkeit bewahren kann.
Die drei Carboxylgruppen in der Molekülstruktur der Amino-Tricarbonsäuren sorgen mit ihren Wasserstoffionen dafür, dass die Neutralisationfähigkeit für freie Radikalen 3fach höher ist als bei normaler Frucht- oder Ascor-binsäure. Die Ansäuerung mit Vitamin C verbessert zudem die Penetration in die Haut. Unterstützt wird die Bildung von Hydroxyprolin, einer Vorstufe des Kollagens. Lichtbedingte Pigmentflecken wer¬den gemildert. Insgesamt wird die Haut elastischer. Untersuchungen an lichtgeschädigter Haut zeigen eine deutlich verminderte Konzentration von sauren Aminosäuren im Stratum granulosum, begleitet von einer Reduktion der Wasserretentionsfähigkeit. Im Gegensatz zu den AHA weisen die Aminosäuren eine Aminogruppe auf, diese ist für ihre gute Verträglich¬keit verantwortlich Flüchtige Erytheme sind sehr selten, eine Photosensibilität ist nicht be¬kannt, da u. a. Urocanin, ein hauteigener UV-Filter, als Folgeprodukt von sauren Aminosäuren entsteht.
Aminosäureprodukte werden in Konzentrationen von 5%, 10% und 15% als Heimpflege und in der Praxis als Peelings von 20-40% angeboten. Ideale Anwendungsgebiete stellen alle Aging-Symptome - wie Falten, Sebostase, aktinische Keratose und Hyperpigmentation - dar, ebenso wie Akne vulgaris und Rosacea dar. Kombinationen mit Mikrodermabrasion und Laseranwendungen sind erfolgversprechend.

Amino-Peptide

Bestimmte Peptide, d.h. körpereigene Eiweißbausteine, spielen eine zentrale Rolle bei der medizinischen Wundheilung. Sie signalisieren dem Körper, den körpereigenen Reparaturmechanismus der Haut in Gang zu setzen. Diese Erkenntnisse wurden auf Anti-Aging-Produkte übertragen. In der Gesichtspflege kommen spezielle Wirkstoffkomplexe zum Einsatz. Dabei werden Amino-Peptide beispielsweise mit verschiedenen Vitaminen, z. B. Vitamin B3, Pro-Vitamin B5 und Vitamin E, sowie weiteren Pflegestoffen kombiniert.
Diese Wirkstoffkomplexe stimulieren die verlangsamte Regeneration der reifen Haut, stärken ihre Struktur und helfen so, Fältchen zu reduzieren

Poly-Kollagen-Peptide

Auch eine weitere Peptid-Gruppe wird zur Pflege der reifen Haut eingesetzt: Poly-Kollagen-Peptide. Sie bestehen aus verschiedenen Peptiden und Kollagen-Fragmenten, die das Verhalten von natürlichen, in der Haut vorkommenden Kollagen-Fragmenten übernehmen.
Grundlage ist die Erkenntnis, dass die junge, gesunde Haut bei Stress ihre natürlichen Reparaturmechanismen in Gang setzt. Ist die Haut irritiert, wird die Produktion von Kollagen abbauenden Enzymen aktiviert, z. B. der Kollagenase. Beim Abbau von Kollagen entstehen Fragmente unterschiedlicher Größe. Diese senden einen "Alarm" aus, der der Haut signalisiert, dass Schäden entstanden sind und der Reparatur-Prozess eingeleitet werden muss. Mit der Alterung der Haut wird dieser natürliche Mechanismus schwächer, Schäden werden nicht mehr vollständig repariert.
In Pflegeprodukten wird dieser Prozess nachgeahmt, um über die Stimulierung der Kollagen-Synthese die natürlichen Regenerationsprozesse der Haut zu fördern und zu beschleunigen. Das Resultat ist eine Milderung von Linien und Fältchen, Aussehen und Geschmeidigkeit der Haut verbessern sich.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die maßgeblich am straffen Erscheinungsbild junger Haut beteiligt ist. Hyaluronsäure hat ein hohes Wasserbindungsvermögen und bewirkt, dass die Haut nicht austrocknet. Weiterhin unterstützt sie die Versorgung der Haut mit Nährstoffen und ist in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren. Da der Gehalt an Hyaluronsäure in der Haut im Lauf des Lebens stetig abnimmt, wird in Kosmetikprodukten biosynthetisch hergestellte Hyaluronsäure verwendet, die mit der körpereigenen Hyaluronsäure identisch ist.

Phytohormone

Als Phytohormone werden sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet, die entweder direkt – wie unsere körpereigenen Botenstoffe – agieren oder hormonähnliche Wirkungen erzeugen. Da Isoflavone eine östrogenähnliche Wirkung haben, werden sie auch als Pflanzenöstrogene bezeichnet. Die hauptsächlichen Bestandteile der Isoflavone sind Genistein und Daidzein. Diese Verbindungen wirken im Körper zwar schwächer, aber ähnlich wie die Östrogene. In der Kosmetik werden Isoflavone gerne genutzt, weil sie zwar die positiven Effekte des Östrogens, aber keine der unangenehmen Nebenwirkungen zeigen.
In Pflegeprodukten werden bevorzugt Isoflavone aus Soja, wildem Yams, Rotklee und Hopfen eingesetzt. Phytohormone (z.B. Zytokine, Auxine, Gibberelline) regeln auch bei Pflanzen Stoffwechsel, Wachstum, Reifung, Alterung und Entwicklung.
Kinetin (N6 Furfuryladenin)
Das pflanzliche Wachstumshormon. Kinetin ist ein natürlicher Bestandteil unseres Hautabwehrsystems gegen die Alterung. Seine Wirkung ist derjenigen der rezeptpflichtigen Vitamin-A-Säure sehr ähnlich. Der grösste Vorteil von Kinetin ist seine Entzündungshemmung und seine optimale Verträglichkeit. Kinetin (Furfuryladenin) gehört zur Gruppe der Zytokine. In der menschlichen Haut wirkt Kinetin als Katalysator, der die Alterung der Hautzellen verlangsamt. Vitalität und Widerstandskraft der Bindegewebszellen gegen oxidative Schäden werden erhöht. Das hält besonders die empfindliche Haut länger jugendlich frisch, denn Kinetin entfaltet seine hautverjüngenden Eigenschaften ohne hautreizende Peelingeffekte, die Zellfunktionen werden aktiviert, der Zelllebenszyklus von Kollagenen und elastischem Bindegewebe verlängert. Durch Kinetin wird die Lichtempfindlichkeit nicht erhöht, ansonsten eine häufig auftretende Erscheinung bei Therapien lichtbedingter Falten-bildung, die sich im Sonnenlicht durch Brennen, Jucken und Austrocknen bemerkbar macht. Da die Vermeidung der Sonne in jedem Hautpflegeprogramm empfohlen wird, sollte ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 40 oder höher verwendet werden. Der neue Biostoff ist nicht säurebildend und folg¬lich nicht exfolierend. Dementsprechend brennt es nicht auf der Haut und reizt diese auch nicht.
Kinetin lässt sich mit jedem anderen Wirkstoff kombinieren. Da keine Hautirritationen auftreten, kann das kinetinhaltige Hautpflegeprodukt mor¬gens vor dem Make-up aufgetragen, tagsüber mit Sonnenschutz und abends, vor dem Zubettgehen, mit anderen Produkten der Schönheitspflege kombi¬niert werden.
Durch seine antierythematöse Wirkung eignet sich Kinetin ideal als Nachbehandlung nach „skin resurfacing", chemischen Peelings oder Mikro-dermabrasion sowie topisch als Ergänzung zu einer AHA-, oder Tretinoinbehandlung, die diverse Irrita¬tionen auslösen können.

Harnstoff

Einer der effektivsten und ausgezeichnet verträglichen Wirkstoffe zur Beseitigung von Trockenheit, Spannung, Juckreiz und Schuppung bei reifer Haut ist der Harnstoff. Mit zunehmendem Alter verringert sich die mit dem Schweiß und durch den Verhornungsprozess an die Hautoberfläche gelangende Menge dieses wichtigen natürlichen Feuchthaltefaktors. Regelmäßige Hautpflege mit 2-5%igen Harnstoffpräparaten führt zur Bindung von Wasser in der Hornschicht, wodurch die Haut spürbar elastischer wird.

 

   

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