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Allergologie
 

Neurodermitis - Gesunde Haut

Was macht den Unterschied?

Grundsätzlich macht gesunde Haut keinerlei Beschwerden, mit anderen Worten man spürt gesunde Haut nicht. Aus diesem Grund bedarf gesunde Haut auch keinerlei Therapie. Was jedoch auch eine gesunde Haut gelegentlich benötigen kann, ist eine vorbeugende Pflege um das Auftreten von verschiedensten dermatologischen Störungen, insbesondere von einer Dermatitis atopica zu vermeiden.

Der Begriff Atopie kommt aus dem Griechischen und erläutert die Bereitschaft mancher Menschen auf spezifische Stubsubstanzen ihrer natürlichen Umgebung in besonderer Weise zu reagieren. Dabei wird von einer bereits vorbestehenden Allergieneigung ausgegangen. Die Patienten mit Atopie bilden Antikörper gegen verschiedenste Substanzen so Gräser, Blüten und Baumpollen sowie Sporen verschiedener Pilze, Hausstaubmilben und gegen verschiedenste Nahrungsmittel.
Entsprechend reagieren Atopiker meistens mit einer recht schnellen Reaktion innert Minuten nach Allergenkontakt. Es handelt sich hier um eine Allergie nach Coombs und Gell vom Typ I (Soforttyp). Bei Patienten mit einer atopischen Diathese werden entsprechend Reaktionen der Haut (atopische Dermatitis) wie auch der Schleimhäute (Rhinitis polinosa, Rhinokonjunktivitis, Asthma) unterschieden. Die atopische (allergische) Veranlagung ist in der Regel vererbt und wird bereits gehäuft weitergegeben, wenn nur ein Elternteil des werdenden Kindes eine AtopikerIn ist. Bei der Neurodermitis handelt es sich also um ein bis zu einem gewissen Grade bereits vorgegebenes, vererbtes, von innen mitbestimmtes Hautekzem ( endogenes Ekzem). Es wird dabei von einem sogenannten endogenen Ekzem gesprochen (exogene Ekzeme brauchen primär keine vorbestimmte Veranlagung zur Entstehung). Endogene Ekzeme werden häufig durch verschiedene zusätzliche Komponenten von innen heraus verstärkt. So kann bemerkt werden, dass der Neurodermitiker „frustationsintolerant“ ist. Mit anderen Worten jegliche Frustation, sowohl von aussen (Heizperiode, Austrocknung, häufiger Wasserkontakt, wenig rückfettende Massnahmen usw.) sowie auch innere Stressfaktoren (Beruf, Familie) können ensprechend beim Patienten Ekzeme auslösen.
Häufig werden diese Ekzeme symetrisch angetroffen und beginnen zumeist im Bereiche der Beugen (Ellenbeugen, Kniekehlen). Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei den Atopikern offensichtlich eine verminderte Hautbarriere vorhanden ist. Diese Barriere führt dann in den entsprechenden Lokalisation vorzeitig zum Wasserverlust und damit auch zur vermehrten Austrocknung. Diese Austrocknung geht dann im Weiteren in einen Juckreiz über. der Juckreiz ansich ist auch eines der Hauptsymptome bei einer Neurodermitis atopica.


Differentialdiagnosen der Neurodermitis/atopische Dermatitis

  • Allergisches Kontaktekzem
  • Irritativ-toxisches Kontaktekzem
  • Exsikkationsekzem
  • Nummuläres Ekzem
  • Seborrhoisches Ekzem (z.B.des Säuglingsalters)
  • Kutanes T-Zell-Lymphom,am häufigsten Mykosisfungoides
  • Psoriasis vulgaris, Psoriasis palmoplantaris
  • Pityriasis rubra pilaris
  • Hereditäre Ichthyosen ("Reptilienhaut")
  • Scabies
  • Tinea corporis,Tinea pedis et manuum
  • Stoffwechselerkrankungen und Immunopathien (z. B. Netherton-Syndrom.Wiskott-Aldrich-Syndrom, Agammaglobulinämie,selektives lgA-Mangelsyndrom, Phenylketonurie.Zöliakie)
  • Pyodermien
  • Erythrodermie (»Red-Man-Syndrom«)

 


Juckreiz:

Zum Thema Juckreiz ist bisher wenig bekannt. Jede Person kratzt sich im Tage x-mal weil es juckt - Keiner weiss was Juckreiz eigentlich auslöst. Juckreiz kann allerdings in seiner Schärfe so weit ausgeprägt sein, dass er führ den Patienten entsprechend wesentlich beeinträchtinger als eine Schmerzsymptomatik. Beim Neurodermitiker wird häufig die Grenze des normalen alltäglichen Juckreizes überschritten, hier tritt dann zumeist ein quälender Juckreiz insbesondere nach Wasserkontakt aber auch nach psychogenem Stress auf. Beim Neurodermitiker häufig kommt dann zumal eine in Gangsetzung eines Teufelskreises mit gesteigertem Juckreiz, psychischem Stress, erneutem Durchschlagen auf die Juckreizsymptomatik zum Tragen. Juckreiz als gesamtes ist nicht primär nur eine Folge eines entzündlichen Geschehens sondern häufig auch durch die Hautaustrocknung bedingt (Exsikationsekzem, Altersekzem). Dies wird häufig auch beim sogenannten Pruritus senilis (Altersjuckreiz) gesehen. Alte Menschen zeigen häufig über längere Phasen, einen störenden Juckreiz, welcher aber nicht mit Rötung und anderen entzündlichen Symptomen einhergeht.


Ekzem- und Juckreizbehandlung:

Ekzeme - dieser Begriff sagt nichts aus über die Ursache sondern nur über das Wie der Hautentzündung - sind entzündliche Veränderungen der Haut. Dabei spielen sowohl die Ober- wie auch die Lederhaut mit. Wenn das Wort Entzündung ins Spiel kommt, dann kommt auch der beste  Entzündungshemmer zum tragen. Dabei handelt es sich topisch insbesondere um Steroide (Kortisonpräparate). Damit ist schon angetönt, dass es sich bei den Kortisonen sicherlich um die potentesten Entzündungshemmer im lokalen Bereich handelt, welche haeufig zur Ekzembekämpfung eingesetzt werden können.

Häufig wird von vielen Patienten allerdings eine gewisse Angst gegenüber den Kortisonen angemeldet, diese Angst ist insbesondere beiden kurzzeitigen Anwendung völlig unbegründet, kommen doch die typischen Langzeitsteroidwirkungen (lokale Immunabschwächung, Atrophie der Haut) nicht zum Tragen. Kortisone sollten grundsätzlich entweder nur Kurzfristig oder in Intervallen eingesetzt werden. Dabei kann dann die Nebenwirkung vernachlässigt werden, es verhält sich im Prinzip so wie wenn jemand heisses Spaghettiwasser mit dem Finger auf seinen Salzgehalt prüft. Wenn der Finger nur kurz im heissen Wasser gelassen wird, sind keine Wirkungen und keine Schmerzen zu erwarten.

Häufige Fehler bei der Kortisonbehandlung sind allerdings das Weglassen von zusätzlichen begleitenden Therapiemassnahmen. Dazu gehören insbesondere die Rückfettung mit entweder harnstoffhaltigen oder milchsäurehaltigen Präparaten, welche als Hautbefeuchter zusätzlich wirken. Diesen sogenannten Moisterizern können auch noch antipruriginöse Substanzen wie z. B. Thesit (ein lokales Aneaesthetikum) oder Menthol zugeführt werden. Daneben ist entsprechend der Patient zu einer vernünftigen Hautreinigung zu erziehen. Als adjuvante Massnahme kann bei akuten Juckreiz ein kaltes Duschbad empfohlen werden.

Zur Bekämpfung der neurodermitischen Symptome gehören natürlich das Auslassen der verschiedensten möglichen Auslösungsfaktoren. Insbesondere spezifien Nahrungsmittel, Haustiere usw. können eine Rolle spielen. Grundsätzlich ist aber bei einer Ekzemerkrankung primär der akute Schub des Patienten zu stopen. Allfällige (leider viel zu oft durchgeführte ) Allergietest können später nachgereicht werden und werden im Wesentlichen auf Grund der Krankengeschichte des Patienten durchgeführt. Allergietestungen mit unzähligen Substanzen inklusive Nahrungsmittel sind primär als unsinnig anzusehen und treiben im Wesentlich jediglich die Kosten hoch. In der Regel weiss ein Patient sehr genau, auf welche Substanzen er Reaktionen zeigt.

Behandlung der atopischen Dermatitis

Dermatologische Basistherapie

  • Hautpflege mit Basisprodukte
    • phasenadaptiert, alters- und lokalisationsabhängig
    • frei von Duftstoffen und Konservierungsmittel
    • Zusatz von Feuchtigkeitsspendern (Harnstoff, Glyzerin)
  • Ölbäder, bevorzugt Spreitungsbäder
  • Meiden von hautirritierenden Faktoren
  • Aufklärung und Schulungsmassnahmen

Anti-inflammatorische Therapie

  • topische Glukokortikoide
    • Intervalltherapie
    • Reduktionstherapie
  • Calcineurinantagonisten (Pimecrolimus.Tacrolimus) in Mono- oder Kombinationstherapie
  • topische Antiseptika (Triclosan)
  • systemische Antibiotika, staphylokokkenwirksam (Flucloxacillin)

Antipruriginöse Therapie

  • siehe anti-inflammatorische Therapie
  • kühlende Umschläge, Prinzip der fett-feuchten Behandlung (»wet dressing«)
  • systemische Antihistaminika
    • nicht-sedierend
    • sedierend

Adjuvante Therapie

  • UV-Therapie
    • UV-B 311 nm (narrow band)
    • UV-A/UV-B kombiniert
    • UV-A1
  • nach Diagnostik im Einzelfall
    • Vermeidung bestimmter Lebensmittel
    • Sanierungsmaßnahmen (Hausstaubmilben)

 


Körperreinigung und Hautpflege:

Es ist bereits oben angetönt worden, dass ein wesentlicher Bestandteil beim Neurodermitiker die Hautpflege umfasst. Der Wert der Hautpflege ist vor allem im subakuten und chronischem Stadium unter Umständen höher ein zusetzten als irgend welche Kortisontherapie.

Bei der Hautpflege geht es vor allem darum, keine Fehler gegenüber der doch angegriffenen Haut zu begehen. Insbesondere ist Wasserkontakt zu meiden bzw. der Wasserkontakt sehr kurz zu halten. Bäder sollen in der Regel 35 Grad Celsius nicht übersteigen und kurz gehalten werden. Am Besten wird auf sich verzichtet. Täglich ist einmal Duschen erlaubt. Dabei sollten rückfettende Präparate oder sogar Oelbäder benutzt werden. Auf jeden Fall ist eine Rückfettung der gesamten Haut nach dem Bade unabdingbar. Dies kann in der akuten, noch juckenden Phase mittels juckreizstillenden Emollientien durchgeführt werden. Langfristig ist allerdings dann vor allem auf die rückfettende bzw. rückfeuchtende Wirkung der Präparate abzuzielen. Bei akuten Ekzemschüben können gelegentlich auch kalte Duschbäder eine gewisse positive Wirkung zeigen. Dies auch, weil durch eine akute Kälteschauer die eigene, endogene Kortisonproduktion angeregt wird und so das Ekzem auch auf diesem Wege verbessert wird. Bezüglich der Duschtemperatur soll wie oben angetönt kalt geduscht werden, die Temperatur sollte 30 Grad nicht übersteigen. Wasser ist ein, wenn auch schwaches  Lösungsmittel und warmes Wasser lösst die entsprechenden Hautlipide besser als kaltes Wasser aus der Haut aus.


Weitere therapeutische Massnahmen:

Im Weiteren kann im akuten und subakuten Schub einer Neurodermitis auch die Gabe von systhemischen Antihistaminika unverzichtbar sein. Diese Medikamente haben keinerlei Zusammenhang mit den Kortisonen und zeigen als Nebenwirkung gelegentlich dass Auftreten von Müdigkeit (in der Regel die älteren Präparate, 1. Generation). Durch die Blockade des Endstückes des allergischen Weges (Histamin) unterbleibt so auch die Auslösung des Juckreizes und es ist somit auch möglich zusätzlich die negative Stressrelation zwischen Juckreiz und Ekzem zu durchbrechen. Insbesondere bei Kindern, (Kleinkinder), ist es möglich so eine positive Rückkopplung zwischen der juckreizstillenden und evtl. leicht sedierenden Wirkung des Antihistamins sowie des Ekzems zu erzielen.


Neurodermitis und Kinder:

Beim Kind kann die Neurodermitis schon ab Geburt anfangen. Hier sind insbesondere bei einer familiären Belastung gewisse Vorsichtsmassnahmen durch zu führen. So sollten insbesondere Kinder aus Ekzemikerfamilien während mindestens 6 Monaten voll durch gestillt werden. Wenn dies nicht möglich ist, dann ist auf entsprechend hypoallergene Ernährung zurück zu greifen.
Insbesondere ist aber bei der hypoallergenen Ernährung vor Sojaprodukten zu warnen, da insbesondere die Sojaprodukte selber recht potente Allergene darstellen. Daneben sind alle weiteren Faktoren, welche beim Kleinkind eine Allergie auslösen können, zu vermeiden. Insbesondere muss hier an die Hausstaubmilbe gedacht werden (Spannteppiche, Teppiche, Krabbeldecken, Bettzeug usw.). Hier sollte wenn immer möglich auf ein Spannteppich verzichtet werden, die Krabbeldecken müssen pro Woche einmal gewaschen werden. Insbesondere ist auch auf ein Hautschutz vor Austrocknung gerade beim Kleinkind zu achten. Kleinkinder zegen unmittelbar nach Geburt zumeist eine eher fettige Haut, welche dann aber nach ein bis drei Monaten eher trocken wird (hormonell absinken der von der Mutter mitgenommenen androgenen Hormone). Dieser Hautaustrocknung ist Rechnung zu tragen, es muss bei entsprechend veranlagtem Kindern eine Hautfettung bei jedem Windelwechsel vorgenommen werden.
Schlafen sollten die Kinder grundsätzlich bei offenem Fenster und abgestellten Heizung im Winter. Entsprechende Nahrungskarenzen müssen nach Abschluss der 6 monatigen Stillphase nicht unbedingt durchgeführt werden. Es ist lediglich darauf zu achten, dass nicht stark allergene Lebensmittel verabreicht werden (Nüsse, Hühnereier, Kuhmilch und Fischeeiweis, ätherische Öle aus Früchten usw.).

Praeventives Verhalten innerhalb der Familie bei:

familiärer Vorbelastung (Risikokind)

  • ausschließliches Stillen über mindestens 4 Monate, wenn nicht möglich, hypoallergene Säuglingsnahrung (möglichst hydrolysiert)
  • Vermeidung potenter Nahrungsmittelallergene in mütterlicher Diät während der Stillzeit (Effekt auf AD möglich). Vorsicht: Mangelernährung
  • Beikost ab dem 4. Lebensmonat
  • keine allgemeinen präventiven Diäten
  • keine Anschaffung felltragender Tiere
  • Vermeidung von Katzenhaltung
  • Reduktion der Belastung mit Hausstaubmilbenallergenen
  • Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Klimas
  • Vermeidung von Aktiv- und Passivrauchexposition

Keine familiäre Vorbelastung (kein Risikokind)

  • ausschließliches Stillen über mindestens 4 Monate als Primärprävention
  • Beikost ab dem 4. Lebensmonat
  • keine allgemeinen präventiven Diäten
  • keine Einschränkungen in der Haustierhaltung
  • Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Klimas
  • Vermeidung von Aktiv-und Passivrauchexposition

Infektionen:

Häufig sind Neurodermitiker und insbesondere Neurodermitiskinder Opfer von zusätzlichen überlagernden Infektionen. Hierbei spielt sicherlich die verminderte Hautbarriere eine Rolle. Dazu gehören insbesondere Mollusca contagiosa (Dell- oder Flugwarzen). Bei Erwachsenen treten daneben noch häufig Herpesinfektionen, welche sogar eine Hospitalisation wegen Generalisierung notwendig machen auf. Im Weiteren sind natürlich auch häufig bakterielle Infektionen oder Pilzerkrankungen vermehrt bei Neurodermitikern anzutreffen. Diese entsprechenden Infektionen sollten durch den Facharzt recht schnell angegangen werden. Als Familienheilmittel können allerdings hier z.B. Teebaumoelumschläge eine gewisse entspannende Wirkung zeigen.

Psyche und Neurodermitis:

Die Neurodermitiker sind häufig recht differenzierte Menschen welche sehr sensibel auf Umwelt und Mitmenschen reagieren. Es ist entsprechend wichtig auf die Probleme der Neurodermitiker einzugehen und durch einen entsprechenden Zugang zum Neurodermitikerpatient die psychische Seite primär zu entspannen. Insbesondere bei Kindern ist entsprechend das Kind- Elternverhältnis rechtzeitig in ruhige, entspannte Bahnen zu lenken. Häufig sieht man gerade eine massiv gestörte Mutter- Kindbeziehung (das Kind verspürt Juckreiz, kann nicht schlaffen, bereitet der ganzen Familie, insbesondere der Mutter schlaflose Nächte, der Stress schlägt auf das Kind zurück und entsprechend resultiert Juckreiz unter Umständen auch als Trotzreaktion). Hier ist eine wichtige Funktion des entsprechenden behandelnden Therapeuten diese sogenannte Folié à deux oder à trois zu sprengen und so eine Lösung zu suchen. Ein wichtiger Lösungsansatz können hier die bereits erwähnten Antihistaminika bringen. Daneben sollten insbesondere im Weiteren Alter auf die Einnahme von Beruhigungsmittel verzichtet werden. Hier ist der Durchführung von autogenem Training, Joga, Akupressur und Akupunktur sowie auch dem Bewegen in der Natur eindeutig der Vorteil zu geben. Insbesondere die Bewegung in freier Natur bei kühler Witterung ohne Schwitzen kann für einen Juckreiz recht befreiend wirken. Dies vor allem weil hier eine Entspannungsübung unbewusst durchgeführt wird. Im Sommer kann daneben zusätzlich noch die Sonneneinwirkungen einen positiven Effekt auf die Haut der Neurodermitiker haben. So ist schon lange bekannt, das UVA- Strahlen die entzündliche Reaktionsfähigkeit der Haut herunterschraubt, bzw. normalisiert.

Haut und Nahrung

Erscheinungsformen der Atopischen Dermatitis (Neurodermitis)

 

Säugling/Kleinkind

Jugendlicher, Schulalter/Pubertät

Höheres Alter, Spätmanifestation

Hautbefund

akutes,exsudatives Ekzem, diffuse Vertei lung.v.a.an Kopf und

lichenifiziertes Ekzem Verteilung an) »Beugen«: Hals, Ellen beuge, Hand-, Fußge- und Extremitäten lenke, Kniekehlen

Prurigopapeln Verteilung an Stamm Extremitäten

 

Gesichtsekzem
bakterielle Superinfektion

 

Palmar- bzw. Plantar ekzeme (Hand und Fussohlen)

 

virale Infektionen (Mollusca contagiosa)

 

Minimalvarianten wie Pulpitis sicca

 

meist lebenslang trockene, empfindliche Haut Neigung zu Juckreiz mit Wollunverträglichkeit sowie zur Superinfektion durch Staph. aureus

Besonderheiten

häufige Exazer bationen

persistierend trockene Haut in Form einer milden Ichthyose

prurigoforme Ekzeme häufig sehr therapieresistent

 

starker Juckreiz

 

 

 

zwischen dem 2. und4. Lebensjahr meist deutliche Besserung

Üeberempfindlichkeit gegenüber kumulativ toxischen Reizen

 

 

 

Beachten: Berufswahl

 


 

Diagnosekriterien für eine atopische Dermatitis nach Hanifin und Rajka (1980)

5 Majorkriterien (mindestens 3)

  • Pruritus
  • typische ekzematöse Morphologie und Verteilung
  • Beugeekzeme bei Erwachsenen,Gesichts- und Streckseitenbefall bei Säuglingen und Kindern
  • chronischer oder chronisch rezidivierender Verlauf
  • Eigen-oder Familienanamnese für Atopie (Asthma bronchiale, allergische Rhinokonjunktivitis, atopischeDermatitis)

16 Minorkriterien (mindestens 3)

  • Xerose
  • positive Hauttests (Sensibilisierungen vom Soforttyp)
  • erhöhtes Serum-lgE
  • Neigung zu Hautinfektionen (S. aureus, Herpes Simplex)
  • Ichthyosis, palmare Hyperlinearität
  • chronisches Fußekzem (atopiefeet)
  • chronisches Handekzem
  • Hertoghe-Zeichen (Lichtung der lateralen Augenbrauen)
  • doppelte Lidfalte (Dennie-Morgan)
  • Mamillenekzem (Brustwarzen-)
  • Cheilitis (Lippenentzündung)
  • Pityriasis alba
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Unverträglichkeit von Wolle
  • Juckreiz beim Schwitzen
  • weißer Dermographismus

Ekzemarten

Bei den Kontaktekzemen gibt es mehrere Ekzemarten - mit unterschiedlicher Klinik und Ursache. hier vier Typen

1. Das akut toxische Ekzem

Das akut toxische Ekzem kann sich bei der Arbeit mit ganz bestimmten Chemikalien, Laugen, Säuren oder Verdünnungen entwickeln. In erster Linie sind solche Personen betroffen, die mit diesen Stoffen ohne Schutz (Handschuhe) in Berührung kommen. Dabei entstehen Rötungen, Bläschen, die aufplatzen können, Krusten und Schuppen. Das akut toxische Ekzem entsteht schon kurze Zeit nach Einwirkung der gefährlichen Stoffe. Durch Schutzmassnahmen wie Handschuhe lässt sich dieses Ekzem vermeiden.

 

2. Das kumulativ toxische Ekzem

Es gibt ein anderes Ekzem, das auftritt, wenn hautreizende Stoffe immer wieder auf die Haut gelangen. Dies kann dann zu einer Störung der Hautschutzbarriere führen. Solche hautreizenden Stoffe können Reinigungsmittel aller Art sein: Seifen, Shampoos, aber auch schärfere Mittel, wie Kühlschmiermittel, Bohrmilch und vieles mehr.

Häufig kommt dieses Ekzem bei Menschen vor, die viel mit Flüssigkeiten arbeiten, wie Friseure, Krankenpfleger und Floristinnen und natürlich auch Personen in Reinigungsberufen. Diese Form des Ekzems nennt man auch kumulativ toxisches Ekzem, weil sich die schädigenden Einflüsse anhäufen (kumulieren). Anstelle kumulativ toxisches Ekzem werden auch die Begriffe degeneratives oder Abnutzungsekzem verwendet.

 

3. Das allergische Kontaktekzem

Eine wichtige und große Gruppe der Ekzeme sind die sogenannten allergischen Kontaktekzeme. Die Haut ist überempfindlich geworden gegenüber einem bestimmten Stoff oder mehreren Stoffen (Allergenen). Immer wenn die Haut nun mit diesen Allergenen in Berührung kommt, reagiert sie mit einem Ekzem. Bekannt ist zum Beispiel das Modeschmuckekzem, das durch Nickel hervorgerufen wird. Das Modeschmuckekzem ist meist auserberuflich erworben. Beim allergischen Kontaktekzem wird Ihr Hautarzt zunächst versuchen, den auslösenden Stoff herauszufinden. Ist dieser einmal ermittelt, sollten Sie ihn möglichst von nun an meiden. Leider ist das nicht immer so einfach möglich, aber Sie sollten versuchen, den Kontakt mit dem ermittelten Stoff zumindest weitestgehend einzuschränken.Dazu sollten Sie auch den Ratschlägen Ihres Hautarztes dringend Folge leisten und zum Beispiel unbedingt Schutzhandschuhe tragen, die einen Innenhandschuh aus Baumwolle haben, sofern Sie nicht an drehenden Maschinen arbeiten.

4. Das atopische Handekzem

Das wichtigste Ekzem, dass sich an den Händen entwickelt, ist das atopische Handekzem. Viele der betroffenen Patienten hatten schon in der Kindheit Hauterscheinungen, unter anderem an den Händen, aber auch ein Beugeekzem oder Milchschorf. Häufig haben auch Familienangehörige Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Hautveränderungen. Die Haut dieser Menschen ist meist sehr trocken und empfindlich. Leider sind gerade diese Menschen oft in Berufen zu finden, die für ihre Haut nicht günstig ist. Die Atopiker - wie sie vom Hautarzt genannt werden -sind häufig in Friseur- oder krankenpflegerischen Berufen zu finden, das heißt, sie ergreifen Berufe, die für sie bzw. ihre Haut nicht geeignet sind. Fachleute sprechen oft auch von atopischer Dermatitis, Neurodermitis oder endogenem Ekzem. Das atopische Ekzem tritt heute immer häufiger auf. Inwieweit auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen, wird diskutiert.

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